C’est ma vie #2 | Auslandsjahr in Le Havre, FR

Kinder, ich sag jetzt gar nicht wie krass das ist, dass meine Zeit in Le Havre SCHON FAST VORBEI ist. Und genauso wenig sag ich, dass es mir leidtut, dass ich bisher nur einen Beitrag dazu geschrieben habe. Also lasst uns einfach direkt reinspringen in die momentane Situation.

Kurzer Rückblick um euch ein bisschen besser in Szene zu setzen: Mein erstes Semester liegt nun hinter mir und damit auch die erste Prüfungsphase, über die ich jetzt gar nicht zu viele Worte verlieren will. Das hier ist nämlich ein positiver Post. Ich hatte nach den kurzen Startschwierigkeiten, die ich euch im letzte Beitrag beschrieben hatte, einfach nur wahnsinnig viel Spaß hier. Ich habe tolle Leute kennen gelernt, mein Französisch ist um ein Vielfaches besser geworden (ich kann mittlerweile einfach drauf los reden) und der Gedanke, Le Havre bald hinter mir zu lassen tut mir wirklich weh. Denn mein zweites Semester hier geht schon im April zu Ende.

Doch ich bin noch nicht bereit Frankreich zu verlassen. Verrückt, noch vor wenigen Monaten hätte ich das nicht gesagt. Aber so kann man seine Meinung nun mal auch ändern. Umso besser also, dass ich die Hälfte meiner Credits dieses Semester durch ein dreimonatiges Praktikum erhalte, welches ich ab Mai hoffentlich in Frankreich machen werde. Drückt mir die Daumen, ich kann jedes bisschen Glück gebrauchen fürchte ich.

Statt jetzt einfach einen langen Laberpost zu verfassen dacht ich mir, ich schreibe euch einfach 10 Dinge auf, die ich seit dem letzten Post erlebt habe. So here we go:

1. Ich habe meinen ersten französischen Kinofilm gesehen und tatsächlich alles verstanden. Klingt vielleicht ein bisschen komisch, aber das war von Anfang an eins meiner Ziele hier. Für alle die es interessiert, der Film hieß „Au revoir Là-Haut“ und war echt gut, aber sehr französisch, wenn ihr versteht was ich meine.

2. Ich war am Mont Saint Michel, da sollte jeder, der in die Normandie fährt, mal gewesen sein. Es ist wirklich wahnsinnig schön und total beeindruckend. Vor allem, wenn das Wetter mitspielt (nicht selbstverständlich hier).

3. Nach meinem ersten Kinofilm habe ich mich der nächsten Herausforderung gestellt: Ich war beim Frisör. Und weil Haare schneiden lassen nicht gruselig genug war, habe ich sie mir direkt färben lassen. Auch wenn ich bei meinen Haaren nicht wirklich empfindlich bin, war ich doch erleichtert, als ich das Ergebnis gesehen habe und mir klar wurde, hey die Frisörin hat mich tatsächlich verstanden. Kleine Erfolgserlebnisse im Alltag eben.

4. Mir wurde mehrmals gesagt, dass ich mittlerweile einen viel weniger starken Akzent habe. Jedes Mal, wenn mir das jemanden sagt, geht mein Herz auf, denn mein Akzent war am Anfang das, was mich am Meisten vom Sprechen abgehalten hat. Richtig dumm, weil man ja nur durch viel sprechen besser wird. Hat sich also gelohnt über meinen Schatten zu springen und es einfach zu ignorieren, Gottseidank höre ich meinen Akzent selbst sowieso nicht.

5. Mittlerweile kenne ich einige coole Spots hier in Le Havre. Ich bin schon am Sammeln für meinen eigenen kleinen Touriguide. Vielleicht macht ihr euch ja dann auch mal auf in die Normandie, meiner Meinung nach lohnt es sich!

6. Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe tatsächlich französische Musik für mich entdeckt. Ich verlinke euch meine Spotify Playlist mal hier. Kleine Vorwahrnung, es ist eine etwas gewöhnungsbedürftige Mischung aus Oldies und französischem Hip Hop. Sie basiert aber auf meinen persönlichne Favoriten aus Playlists, die mir meine französischen Freunde erstellt haben mit „Liedern, die man kennen sollte“. Solltet ihr euren Musikhorizont also mal erweitern wollen, hier ist die Gelegenheit. Und ich hätte auch noch französische Disneymusik im Angebot, findet ihr hier.

7. Ich war ungefähr auf jeder Party, die es im ersten Semester gab. Die Franzosen hier an meiner Schule lieben Partys. Vor allem Mottopartys. Mittlerweile bin ich ziemlich gut im Last Minute Verkleidung improvisieren und im mit-offenen-Augen-schlafen. Mag zwar nicht das Beste für meine Noten hier sein, aber ein Auslandsjahr ist schließlich nicht nur zum Studieren da.

8. Die besten Pommes habe ich ja schon ganz zu Anfang entdeckt, den besten Wein suche ich allerdings noch. Vermutlich bin ich da einfach nicht Sommelier genug, aber die meisten Weine haben mich nicht umgehauen. Liegt vermutlich aber auch daran, dass ich als gebürtige Pfälzerin meinen Wein am liebsten im 0,5er Dubbeglas als Schorle trinke. „Sacrilège“ für die Franzosen.

9. Sonst bin ich der Gastronomie hier gegenüber aber total offen. Frei nach dem Motto einfach mal probieren und am besten nicht zu sehr drüber nachdenken, was man gerade isst. Bei allem, was Gebäck ist kann man aber gar nichts falsch machen. Gut, dass ich mich nicht wiege, ich habe sicher ein paar Kilo zugelegt. Croissants, Baguettes, Viennoiseries im allgemeinen, seufz…

10. Ich habs getan. Was als Witz anfing hat mich nicht mehr los gelassen. Dass ich ein Tattoo wollte war mir schon lange klar. Nur die Frage nach dem Motiv wollte einfach nicht so recht Form annehmen. Bis die Idee vom Croissant da war. Klar, dass ich mir das auch in Frankreich stechen lassen musste. Als Erinnerung quasi, wie man Tattoos gerne mag, total symbolisch. Eine meiner französischen Freundinnen trägt jetzt übrigens eine Brezel auf ihrem Knöchel. Deutsch-französische Freundschaft wäre also besiegelt.

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